Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
Hallo,
ich habe Unstimmigkeiten mit der Mobilcom GmbH, die sich aufgrund
unfähiger Mitarbeiter dieses Unternehmens offenbar nicht klären
lassen.
Wer sich dafür interessiert, kann die Hintergründe unten nachlesen.
Da man bei MC der Meinung ist, dass ich meinen Zahlungsverpflichtungen
nicht nachkomme, wird nun ein Inkassoverfahren eingeleitet.
1. Wie läuft sowas ab?
2. Habe ich die Möglichkeit, dem Inkassounternehmen den Sachverhalt zu
schildern, bzw. wird dort überprüft, ob ich irgendwie falsch
gehandelt
habe? Oder versuchen die einfach nur, das Geld einzutreiben, ohne mich
anzuhören?
Wie kann ich mich in diesem Fall dagegen wehren?
3. Droht mir ein Schufa-Eintrag? Welche Auswirkungen hätte der? Wie kann
ich mich dagegen wehren?
Im Voraus danke für Antworten!
Benno
Anhang: Wie es zu den Unstimmigkeiten kam
Habe einen Mobilfunkvertrag (E-Plus) über den Händler
aktions-schmiede.de
abgeschlossen. Da das Freischalten der SIM-Karte auf wiederholte Anrufe
und E-Mails trotz mehrfacher Zusage nicht erfolgte, habe ich mein
14-tägiges Widerrufsrecht genutzt und die SIM-Karte per Einschreiben
zurückgeschickt und über sparhandy.de einen anderen Vertrag
(Vodafone),
wieder bei Mobilcom, abgeschlossen.
Dann erhielt ich für den widerrufenen E-Plus-Vertrag eine Rechnung von
MC, der ich zunächst per E-Mail widersprochen habe mit der Erklärung,
dass dieser Vertrag nichtig sei, da ich das Widerrufsrecht genutzt habe.
Als Antwort erhielt ich ein Schreiben mit der Feststellung, ich wolle
kündigen und solle mich an den Händler wenden. Da diese Antwort
überhaupt nicht passt, habe ich den Sachverhalt des Widerrufs in einer
weiteren Mail wiederholt und angekündigt, dass ich einer evtl. Abbuchung
widersprechen würde, was dann auch geschehen ist.
Bei einem Anruf nach der 1. Mahnung im Call-Center wurde mir mitgeteilt,
man könne nichts dagegen machen, ich solle mich an den Händler
wenden.
Die Zahlungsfrist würde aber erstmal aufgeschoben. Da ich auf mein Fax
an den Händler keine Antwort erhalten habe und mittlerweile die
nächste
MC-Rechnung vorlag, habe ich in einem Fax an MC um Hilfe bei der
Aufklärung und Aussetzung der Buchungen gebeten.
Daraufhin bekam ich einen Brief, dass man den Vertrag zum 2. Januar
storniert habe mit einer Entschuldigung für die mir entstandenen
Unannehmlichkeiten.
Drei Tage später erhielt ich jedoch die 2. Mahnung mit dem Hinweis, dass
mir nun auch die Vodafone-Karte gesperrt wurde.
Anmerkung: Für den Vodafone-Vertrag habe ich alle Rechnungen bezahlt.
Dieser Mahnung und Kartensperrung habe ich wiederum per Fax
widersprochen und um eine ausführliche Stellungnahme zu beiden
Verträgen
gebeten. Daraufhin bekam ich eine Antwort mit der Feststellung, ich
wolle meinen Vodafone-Vertrag kündigen, dass das aber nicht möglich
sei,
da ich einen Vertrag abgeschlossen habe.
Also habe ich erneut ein Fax losgeschickt, mit der dringenden Bitte um
einen Rückruf eines kompetenten Mitarbeiters, da man bislang nicht auf
meine Fragen eingegangen sei.
Der Rückruf von einem Herrn K. erfolgte am 23.1. Herr K. sagte mir, die
Unstimmigkeiten seien nun geklärt und die Vodafone-Karte wieder
freigeschaltet. Ich habe Herrn K. nochmals explizit erklärt, dass ich
den E-Plus-Vertrag als nichtig ansehe und diesbezüglich nichts bezahlen
werde. Der Vodafone-Vertrag solle jedoch ganz normal weiterlaufen. Das
wurde mir bestätigt und die Karte ist tatsächlich wieder
freigeschaltet.
Heute bekam ich jedoch eine "letzte Mahnung" mit dem Hinweis, dass
ein
Inkassoverfahren eingeleitet und mein Vertrag gekündigt wird. Weiterhin
wurde mir für die Sperrung der Vodafone-Karte eine Gebühr in Rechnung
gestellt, die ich mir auch wieder zurückholen werde.
Soll ich auf diese Mahnung nochmal reagieren, oder hoffen, dass beim
Inkassounternehmen fähigere Leute sitzen, die mich verstehen?
Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
Am 27.01.2006 23:38:05 schrieb Benno Kroeck:
> 3. Droht mir ein Schufa-Eintrag? Welche Auswirkungen hätte der? Wie
kann
> ich mich dagegen wehren?
sollte erst nach einem Gerichtsverfahren der Fall sein - ein simples
Inkassobüro kann sowas icht - der darauf folgende gerichtliche Mahnbesheid
ist auch noch vollkomen ungeprüft.
--
cu | |
|olger
Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
"Benno Kroeck" schrieb im
Newsbeitrag
news:slrndtl86b.6b9.onneb@urmel.mupfl.net...
> 2. Habe ich die Möglichkeit, dem Inkassounternehmen den Sachverhalt
zu
> schildern, bzw. wird dort überprüft, ob ich irgendwie falsch
gehandelt
> habe? Oder versuchen die einfach nur, das Geld einzutreiben, ohne mich
> anzuhören?
Die Inkassounternehmen haben immer einen krassen Ton drauf und drohen immer
mit allem möglichen. Die sollte man nicht so ernst nehmen.
> Wie kann ich mich in diesem Fall dagegen wehren?
Denen erklären wie es war und wenn die das nicht akzeptieren, dann auf die
folgende Gerichtsverhandlung warten.
Gruß
Andreas
--
Alles über Stalker:
http://www.netzterrorist.com TOP
@update 08.01.2006
http://www.dieLinke-guetersloh.com
@update 09.12.2005
Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
Benno Kroeck wrote:
> ich habe Unstimmigkeiten mit der Mobilcom GmbH, die sich aufgrund
> unfähiger Mitarbeiter dieses Unternehmens offenbar nicht klären
lassen.
> Wer sich dafür interessiert, kann die Hintergründe unten
nachlesen.
Hatte auch schonmal Ärger mit einem Telekommunikationsanbieter, der
nicht lesen konnte. Handelte sich dabei um einen Call-by-call-Anbieter,
der meinte, noch Telefongebühren von mir zu bekommen, obwohl ich diese
bereits über die Telekom-Telefonrechnung beglichen hatte. Wie gesagt,
bei jenem Call-by-call-Anbieter konnte offensichtlich niemand lesen,
ebensowenig bei dem später eingeschalteten Inkassobüro. Dieses hat
schliesslich den Fall an eine Anwaltskanzlei weitergegeben, und, oh
Wunder, dort konnte ganz offensichtlich die erstbeste Person, die ich
ans Telefon bekam, das Problem verstehen und die Angelegenheit im
Nullkommanichts ohne jegliche Formalität aus der Welt schaffen. Sprich:
Nach dem sehr freundlichen Telefonat hab ich nichts mehr von der Sache
gehört.
Hatte insgesamt den Eindruck, dass es sich für so ein Unternehmen wohl
erst lohnt, sich einen Sachverhalt überhaupt anzusehen, wenn man kurz
vor einem Gerichtsverfahren steht. Vorher laufen vollautomatisierte
Prozesse ab, und man hat auch mit besten Argumenten kaum eine Chance,
der Papierflut von Mahnungen zu entgehen.
Grüße,
Jan
Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
Hallo Benno, hallo Newsgroup,
Benno Kroeck schrieb:
> ich habe Unstimmigkeiten mit der Mobilcom GmbH, die sich aufgrund
> unfähiger Mitarbeiter dieses Unternehmens offenbar nicht klären
lassen.
Bevor Du Dich rechtsstreitmäßig zu weit aus dem Fenster lehnst,
solltest
Du noch mal kritisch prüfen, ob Du sicher sein kannst, dass die
Forderung tatsächlich zu Unrecht besteht und Du das auch beweisen
kannst. Da außer MC ja auch noch Netzbetreiber und Händler
involviert
waren, solltest Du vielleicht noch mal genau nachvollziehen, mit wem Du
welche Verträge zu welchen Konditionen geschlossen hast und ob Du z.B.
Deine Kündigung gegenüber dem richtigen Vertragspartner ausgesprochen
hast, ob Du ein Widerrufsrecht überhaupt hattest u.s.w.. Man
übersieht
da leicht mal was, was dann teuer werden kann...
> 1. Wie läuft sowas ab?
Inkassobüro schickt ein paar rüde Briefe mit (häufig
überhöhten)
Rechnungen für die eigene Tätigkeit und beantragt irgendwann einen
Mahnbescheid. Im Rahmen Deiner Schadensminderungspflicht solltest Du
aber wenigstens nach dem ersten Schreiben mal ne kurze Antwort schicken,
sowas wie "Forderung besteht nicht, Rücktritt vom Vertrag erfolgte
beweisbar am...". Damit hätten sie nochmal die Chance, den
SAchverhalt
zur Prüfung an MC zurückzugeben (was sie wahrscheinlich nicht tun
werden) und Dir kann niemand vorwerfen, Du hättest mutwillig Kosten
für
einen unnötigen Rechtsstreit verursacht.
Berechnen dürfen sie Dir übrigens die Gebühren, die bei
Beauftragung
eines Anwalts entstanden wären, das ist nicht so ganz wenig
(natürlich
nur, wenn die Forderung zu recht bestand, was ja Deiner Ansicht nach
nicht der Fall ist).
>
> 2. Habe ich die Möglichkeit, dem Inkassounternehmen den Sachverhalt
zu
> schildern, bzw. wird dort überprüft, ob ich irgendwie falsch
gehandelt
> habe? Oder versuchen die einfach nur, das Geld einzutreiben, ohne mich
> anzuhören?
In aller Regel letzteres. Das läuft eher fabrikmäßig.
> Wie kann ich mich in diesem Fall dagegen wehren?
Dem gerichtlichen Mahnbescheid widersprechen. Dann wird es zu einem
Gerichtsverfahren kommen, in dem MC die Berechtigung der Forderung
nachweisen muß. Der Verlierer des Verfahrens zahlt dann die Gerichts- ,
Anwalts- und Inkassobüro-Kosten (dürfte mit Sicherheit ein vielfaches
der eigentlichen Forderung sein). Deswegen mein Tip oben, die Sach- und
Beweislage lieber vorher nochmals eingehend zu prüfen.
hth, IANAL
Michael
Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
Hallo Michael und NG!
Michael Schmidt wrote:
> Bevor Du Dich rechtsstreitm????ig zu weit aus dem Fenster lehnst, solltest
> Du noch mal kritisch pr??fen, ob Du sicher sein kannst, dass die
> Forderung tats??chlich zu Unrecht besteht und Du das auch beweisen
> kannst. Da au??er MC ja auch noch Netzbetreiber und H??ndler involviert
> waren, solltest Du vielleicht noch mal genau nachvollziehen, mit wem Du
> welche Vertr??ge zu welchen Konditionen geschlossen hast und ob Du z.B.
> Deine K??ndigung gegen??ber dem richtigen Vertragspartner ausgesprochen
> hast, ob Du ein Widerrufsrecht ??berhaupt hattest u.s.w..
Also in den AGB des H??ndlers wird mir explizit ein 14-t??giges
Widerrufsrecht einger??umt. Der Widerruf erfolgte genau so, wie dort
beschrieben. Den Beleg vom Einschreiben hab ich noch. Au??erdem wurde mir
ja auch telefonisch mitgeteilt, dass die Unstimmigkeiten gekl??rt seien.
Dann habe ich noch eine schriftliche Entschuldigung von Mobilcom f??r die
mir entstandenen Unannehmlichkeiten. Das habe ich so gewertet, dass man
mir von Mobilcom Recht gegeben hat.
Nur scheint bei Mobilcom die eine Hand nicht zu wissen, was die andere
macht. Und ich habe auch keine Hoffnung mehr, dass man das mit
irgendjemandem dort global kl??ren k??nnte. Zudem habe ich bislang auf
alle Mahnungen und Rechnungen reagiert, und um Hilfe bei der Kl??rung
und ausf??hrliche Stellungnahmen gebeten. Das ist jedoch nicht
erfolgt. Was h??tte ich denn sonst noch tun sollen?
Wenn sich die einen bei mir entschuldigen, die anderen weiter Mahnungen
schreiben, wei?? ich doch ??berhaupt nicht, was los ist.
Und wenn auf meine Fragen ??berhaupt nicht eingegangen wird, ist mir das
irgendwann zu bl??d und zu teuer. Die Faxe gehen alle an Mehrwertnummern.
> Man ??bersieht
> da leicht mal was, was dann teuer werden kann...
Was k??nnte das z. B. sein?
> Dem gerichtlichen Mahnbescheid widersprechen. Dann wird es zu einem
> Gerichtsverfahren kommen, in dem MC die Berechtigung der Forderung
> nachweisen mu??.
Wo w??rde so ein Gerichtsverfahren stattfinden? Braucht man daf??r einen
Anwalt?
Vielen Dank!
Benno
Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
Benno Kroeck wrote:
> Nur scheint bei Mobilcom die eine Hand nicht zu wissen, was die andere
> macht. Und ich habe auch keine Hoffnung mehr, dass man das mit
> irgendjemandem dort global kl??ren k??nnte. Zudem habe ich bislang auf
> alle Mahnungen und Rechnungen reagiert, und um Hilfe bei der Kl??rung
> und ausf??hrliche Stellungnahmen gebeten. Das ist jedoch nicht
> erfolgt. Was h??tte ich denn sonst noch tun sollen?
Sowas hatte ich einst mit dem schrägen Laden, der damals noch nicht an
der Börse war und Telekom hieß. Telefonisch erfuhren wir, daß
das eben
so sei und bestimmt noch ein paar Mahnungen kämen, bevor die Buchhaltung
das auf die Reihe bekäme. Auf den hirnrissigen Mahnungen stand nur ein
einziger Name eines Menschen. Diesem Herrn Sommer habe ich dann eine
Rechnung über 10.000DM geschickt, damit er mal sähe, wie es ist, eine
unbegründete Forderung zu erhalten.
Ich bekam tatsächlich Antwort von einem Assistenten und der Spuk war
bald beendet.
Zwei, drei Wochen Später kam noch ein Anruf von der Buchhaltung oder so,
ob ich weiter der Forderung bestünde.... :-))
Ich habe mich nicht getraut, ja zu sagen. Wenn ich das in dsrm schon
erzähle: Hätte ich Nachteile zu erwarten gehabt, wenn ich auf der
Forderung bestanden hätte?
--
Gruß, Raimund
Mein Pfotoalbum <http://www.raimund.in-berlin.de>
Mail ohne Anhang an <Reply-To:> wird gelesen. Im Impressum der Homepage
findet sich immer eine länger gültige Adresse.
Inkassoverfahren: Was kommt auf mich zu?
Robert Pflüger schrieb:
>Eventuell bekommt man Ruhe vor den unberechtigten Forderungen, wenn man
>eine "negative Feststellungsklage" ankündigt ... und
gegebenenfalls
>durchzieht.
Das geht auch nicht viel schneller und effizienter als einfach
abzuwarten.
Variante: Man legt gegen den Mahnbescheid Widerspruch ein und beantragt,
Termin zur mündlichen Verhandlung anzuberaumen. ;-)
Grüße
Florian
--
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