Neues Rechtsberatungsgesetz
Neues Rechtsberatungsgesetz
"Rudi Menter" schrieb
> Aber es stinkt zum Himmel, wenn Leute die rumstehen viel
"mitnehmen",
> und sich dann noch organisieren und für ihre Sonderstellung streiken,
> wie z.B. die Piloten.
Nur stehen Piloten vergleichsweise selten, weil es im Cockpit keine
Stehplätze gibt und sie auch am Boden in der Lounge sitzen dürfen;-)
>>> So rechnen diese Anästhesisten regelmäßig
Operationen ab, bei denen
>>> sie abwesend sind. Sie sind offenbar die meiste Zeit
überflüssig!
>>
>> Ein Anästhesist, der bei einer OP nicht anwesend ist, macht sich
>> strafbar und nicht nur wegen einer falschen Abrechnung.
>
> Wen juckts, da das keine faktischen Konsequenzen hat. Ne Menge Ärzte
> haben viele (!) Jahre lange regelmäßig quartalsweise Punkte
für Behandlung
> der chronischen Leiden *Verstorbener* abgerechnet (und werden das wohl
> noch immer tun).
Betrüger gibt es vermutlich in allen Berufsgruppen. Wenn Du entsprechende
Beispiele kennst, solltest Du Anzeige erstatten, die Konsequenzen sind nicht
eben gerade lustig, vor allem wenn es um den Verlust der Zulassung geht. Die
Medien haben in der letzten Zeit sehr häufig die angeblichen (und
vergleichsweise seltenen tatsächlichen) Abrechnungsbetrügereien
hochgekocht
und waren selten bereit, klarzustellen, wenn letztlich nichts daran war. Vor
einiger Zeit hatte die AOK den Verdacht auf Abrechnungsbetrug mit
Herzklappen. Fast ein Jahr lang wurde dort geschwiegen, obwohl die
Staatsanwaltschaft schon ermittelte. Erst als die nächste
Beitragserhöhung
verkündet wurde, wurde an die Presse der Bericht lanciert, es hätten
sich
vermutlich Hunderte von Medizinern schuldig gemacht und die GKV um
Multi-Millionen betrogen. Das stand so oder in ähnlicher Form in vielen
Zeitigungen auf der Titelseite. Ein halbes Jahr später teilte die
federführende Staatsanwaltschaft mit, in fast allen Fällen hätte
der
Anfangsverdacht nicht bestätigt werden können, lediglich gegen 8
Personen
würde weiter ermittelt und zumindest gegen 3 Anklage erhoben. Die
übrigen
Verfahren seien nach der Ermittlung und Prüfung der Akten (man hatte sich
tatsächlich als 1000 Personen überprüft) eingestellt worden. Es
gab nur
wenige Zeitungen, die das berichteten, bei keiner stand das auf Seite 1.
>> Ich habe noch nie eine Op gesehen, bei der nicht in der gesamten Zeit
ein
>> Anästhesist anwesend war. Falls Du anderes erlebt hast, bitte ich
Dich,
>> im
>> Interesse der Patienten Anzeige zu erstatten, wenn nicht, scheint mir
das
>> nur hohles Geschwätz.
>
> Wieso denn, der Anästhesist muß doch bei Routineeingriffen
nicht die ganze
> Zeit herumstehen, das ist affig und verständlich, wenn er lieber
shoppen
> geht, es reicht ja, wenn für den Notfall ein Spezialist *sicher*
greifbar
> ist, wie eben z.B. in Holland.
Bei jeder Vollnarkose ist in Deutschland die Assistenz durch einen
Anästhesisten während der gesamten Zeit zwingend vorgeschrieben. Es
mag
sein, dass das niederländische Recht anders ist als das deutsche, es mag
auch sein, dass es dort mehr Ärzte aus anderen Disziplinen gibt, die in
Anästhesie qualifiziert sind. Wenn Du von Rufbereitschaft sprichst: Der
angeblich so spektakuläre neue Tarifvertrag der Mediziner sieht vor, dass
ein Oberarzt für 24 Stunden Bereitschaftsdienst, 2 Stunden als Arbeitszeit
anrechnen lassen kann, das scheint mir auch nicht so extrem übertrieben.
>> Du kennst die Einkommen im Verhältnis zu den Arbeitszeiten von
diesen
>> Ärzten, die "trotz kommender Ärzteschwemme einfach
Medizin studiert"
>> haben?
>> Kennst Du eine andere Berufsgruppe, mit ähnlichen Arbeitszeiten?
>
> Das da ist doch alles pauschalisiert und das *trifft* nur paar wenige
> Prozent der Kräfte und regelmäßig einige Zeit die
Praktikanten...
Das trifft in fast allen Disziplinen im Krankenhaus praktisch alle außer
den
Chefärzten, die in der Regel zwar auch alles andere als faul sind, aber
dafür auch mehr als fürstlich bezahlt werden. Nicht selten verdienst
der
Chefarzt *erheblich* mehr als alle ihm unterstellten Ärzte (Oberärzte
und
Assistenten) zusammen.
Grüße, Chris