Neues Rechtsberatungsgesetz
Rudi Menter schrieb:
> Naja, gestern wurde im ÖRR, in der Sendung ZDF.Reporter, gezeigt,
> daß die Ergebnisse z.B. des holländischen Gesundheitssystems
> [...]
Schön und gut, aber was hat das bitteschön mit meinem Posting zu tun?
> Dazu muß man nur wissen:
>
> Die zehn Gebote Gottes enthalten 279 Wörter, die amerikanische
> Unabhängigkeitserklärung 300 Wörter, die Verordnung der
> europäischen Gemeinschaft über den Import von Karamelbonbons
exakt
> 25911 Wörter.
Weder die zehn Gebote noch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung
sind geeignet, ein modernes Gesellschaftssystem funktionsfähig zu
halten,
Und die amerikanische Verfassung ist schon BEDEUTEND länger als die
Declaration of Independence; die macht nämlich nicht wirklich viel,
außer auszudrücken, daß die Kolonien sich von der Krone
lossageg und
warum...
> Das alles sage ich, um aufzuzeigen *W E R* die *Schmarotzer* sind!
Die Leute, die hingehen und versuchen, kostenlos Leistungen zu
schnorren. Die Leute an der Uni sind für Forschung und Lehre da und
nicht dazu, ihre Arbeitszeit, in der sie für Forschung und Lehre bezahlt
werden, darauf zu verwenden, kostenlosen Rechtsrat zu geben.
Das ist ganz unabhängig von der Frage, ob es ein Rechtsberatungsgesetz
gibt, geben soll oder was auch immer.
Wenn du einen Freund hast, der Anstreicher ist, udn du lädst ihn zum
Essen ein, und nachher führst du ihn in den Raum, in dem du gerade neu
streichst, und fragst ihn beiläufig "Ach, könntest du mir mal
eben
zeigen, wie du beim Streichen den Pinsel hältst? ... Aha, hmm.. mach
doch mal vor, hier ist ein pinsel und Farbe, streich doch einfach mal
ein bißchen..."
Sowas ist Schmarotzen. Dito die Leute, die Unimitarbeiter als
Rechtsberatung nutzen wollen.
> Weltweit sind über 70% des Steuerrechts IN DEUTSCH für DEUTSCHE
> geschrieben. Das ist pervers!
Nein, sondern falsch. Es dürfte sich wohl eher um 70 % der LITERATUR
ÜBER DAS DEUTSCHE STEUERRECHT handeln. Was ein ganz erheblicher
Unterschied ist.
(Obwohl ich dir durchaus zustimme, daß das deutsche Steuerrecht in
seiner Komplexität und Kompliziertheit recht pervers ist.)
--
( ROT-13 if you want to email me directly: uvuc@ervzjrexre.qr )
"Das saarl. VwVfG läßt eine Interpretation deutscher Gesetze
nur dann
zu, wenn sie nicht eindeutig sind." Manfred Saar, Präsident
Apothekerkammer d. Saarlandes. heute-journal v. 8. August 2006.
Neues Rechtsberatungsgesetz
Neues Rechtsberatungsgesetz
Tjark Weber schrieb:
>> Die Juristen an Unis sehen es übrigens in aller Regel nicht so
>> gern, wenn man versucht, bei ihnen kostenlosen Rechtsrat zu
>> schmarotzen. Das ist etwa so, als ob ein Kranker in eine
>> Medizinvorlesung geht, um sich mal eben vom Professor untersuchen
>> zu lassen, damit er keinen Arzt bezahlen muÃź.
>
> Es ist in einigen Ländern und in einigen Studiengängen
üblich,
> die Studenten zu ermaßigten Preisen auf Kunden/Patienten
> loszulassen.
Wir reden hier aber nicht von Studenten, sondern von den Mitarbeitern
der Uni. Die sind nicht dafür da, ihre erworbenen Kenntnisse für umme
interessierten Mitbürgern in Form von Rechtsrat zukommen zu lassen,
sondern dazu, Forschung und Lehre zu machen.
--
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"Das saarl. VwVfG läßt eine Interpretation deutscher Gesetze
nur dann
zu, wenn sie nicht eindeutig sind." Manfred Saar, Präsident
Apothekerkammer d. Saarlandes. heute-journal v. 8. August 2006.
Neues Rechtsberatungsgesetz
Falk Willberg schrieb:
>> Ich bin der Meinung, daß jeder, der, sei es als Haupt- oder als
>> Nebenleistung, Rechtsberatung machen möchte, dafür eine
irgendwie
>> reglementierte Ausbildung vorweisen können müssen sollte.
>
> Warum gerade bei der Rechtsberatung? Was ist mit EDV-, Steuer-,
> Energie-, Finanz- oder Unternehmensberatern?
Weil es m.E. nirgends so sehr wie bei der Rechtsberatung wichtig ist,
daß derjenige, der da was erzählt, davon auch Ahnung hat. Vor allem,
weil man als Laie in diesem Bereich schlechten Rat unheimlich schlecht
einschätzen kann. (Und für eine entsprechende Regelung bei
Steuerberatern könnte ich mich durchaus auch erwärmen.)
> Ich frage mich einfach nur, welche grundlegende Schwäche gerade
> Juristen haben, daß der Gesetzgeber sich genötigt sieht, diese
> gegen Konkurrenz aus anderen Berufen zu schützen.
Die Schwäche liegt bei den potentiellen Klienten.
--
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"Das saarl. VwVfG läßt eine Interpretation deutscher Gesetze
nur dann
zu, wenn sie nicht eindeutig sind." Manfred Saar, Präsident
Apothekerkammer d. Saarlandes. heute-journal v. 8. August 2006.
Neues Rechtsberatungsgesetz
Es schrieb Holger Pollmann:
>...
> Das ist ganz unabhängig von der Frage, ob es ein
Rechtsberatungsgesetz
> gibt, geben soll oder was auch immer.
Ich hake da bloß ein, ein Threadsubjekt ist kein Dogma...
> Wenn du einen Freund hast, der Anstreicher ist, und du lädst ihn zum
> Essen ein, und nachher führst du ihn in den Raum, in dem du gerade
neu
> streichst, und fragst ihn beiläufig "Ach, könntest du mir
mal eben
> zeigen, wie du beim Streichen den Pinsel hältst? ... Aha, hmm.. mach
> doch mal vor, hier ist ein pinsel und Farbe, streich doch einfach mal
> ein bißchen..."
LOL!
> Sowas ist Schmarotzen. Dito die Leute, die Unimitarbeiter als
> Rechtsberatung nutzen wollen.
Dennoch, das Rechtssystem, das sich regelmäßig seine Abhängigen
erzeugt,
ist da prinzipiell nich ("moralisch") besser, wenn auch weit
intelligenter.
>> Weltweit sind über 70% des Steuerrechts IN DEUTSCH für
DEUTSCHE
>> geschrieben. Das ist pervers!
>
> Nein, sondern falsch. Es dürfte sich wohl eher um 70 % der LITERATUR
> ÜBER DAS DEUTSCHE STEUERRECHT handeln. Was ein ganz erheblicher
> Unterschied ist.
OK. Dennoch sind wir mit Abstand Weltmeister, wenn auch die bloße
Zahl (versehentlich) Demagogie gewesen sein mag.
> (Obwohl ich dir durchaus zustimme, daß das deutsche Steuerrecht in
> seiner Komplexität und Kompliziertheit
OK.
fG
--
Neues Rechtsberatungsgesetz
Rudi Menter schrieb:
>> Sowas ist Schmarotzen. Dito die Leute, die Unimitarbeiter als
>> Rechtsberatung nutzen wollen.
>
> Dennoch, das Rechtssystem, das sich regelmäßig seine
Abhängigen
> erzeugt, ist da prinzipiell nich ("moralisch") besser, wenn auch
> weit intelligenter.
Man kann der Meinung sein, daß die potentiellen Klienten den Schutz des
RBerG vor unfähigen Leuten, die sich zu Rechtsrat berufen fühlen,
nicht
brauchen; das kann man durchaus haben.
Aber immer hinzugehen und Anwälte als gierige Raffgeier darzustellen,
die das RBerG durchgeboxt haben, um ihre Pfründe zu sichern, bedeutet
einfach zu ignorieren, daß das nicht der Grund für seine Existenz
ist.
Es geht tatsächlich um "Verbraucherschutz", und schon heute
geben ja
teilweise auch andere Leute schlechten Rechtsrat, so daß m.E. dieses
Prinzip kein schlechtes ist. Man muß es sicher nicht so umsetzen, klar,
aber die Befürchtung, wenn man das jeden machen läßt, dann
würde viel
unqualifizierter Rat erteilt, halte ich für stark begründet.
--
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"Das saarl. VwVfG läßt eine Interpretation deutscher Gesetze
nur dann
zu, wenn sie nicht eindeutig sind." Manfred Saar, Präsident
Apothekerkammer d. Saarlandes. heute-journal v. 8. August 2006.
Neues Rechtsberatungsgesetz
Es schrieb Holger Pollmann:
> ... ber immer hinzugehen und Anwälte als gierige Raffgeier
> darzustellen, die das RBerG durchgeboxt haben...
Nein, das ist klar, daß das nicht gemeint war, auch die
Anwälte sind ohne die Richter und Politiker natürlich (!)
machtlos.
Es ist nur der innere Protektionismus, der sogar ebenfalls
"natürlich" ist. Man wird das weder verstehen, noch durch Apelle
ändern, ich sage gern, daß wir da wie ein Termitenhaufen sind, und
keine Termite begreift, wie das ganze funktioniert, oder hat gar
noch darauf "Einfluß"...
Das BGB ist eben in irgendeine Richtung gerichtet, sicher nicht
in diejenige von Marx, Lenin, oder auch "Väterchen" Stalin,
jedoch,
(falls das stimmt !?) hat immerhin das dazumal aufstrebende JAPAN
das BGB "wörtlich" übernommen. Unglaublich, das...
fG
--
Neues Rechtsberatungsgesetz
Holger Pollmann wrote:
> Tjark Weber schrieb:
>>> Die Juristen an Unis sehen es übrigens in aller
Regel nicht so
>>> gern, wenn man versucht, bei ihnen kostenlosen Rechtsrat zu
>>> schmarotzen. Das ist etwa so, als ob ein Kranker in eine
>>> Medizinvorlesung geht, um sich mal eben vom Professor untersuchen
>>> zu lassen, damit er keinen Arzt bezahlen muss.
>>
>> Es ist in einigen Ländern und in einigen
Studiengängen üblich,
>> die Studenten zu ermaÃźigten Preisen auf Kunden/Patienten
>> loszulassen.
>
> Wir reden hier aber nicht von Studenten, sondern von den Mitarbeitern
> der Uni. Die sind nicht dafür da, ihre erworbenen
Kenntnisse für umme
> interessierten Mitbürgern in Form von Rechtsrat zukommen zu
lassen,
> sondern dazu, Forschung und Lehre zu machen.
Natürlich. Ein Uni-Institut ist sicherlich nicht die richtige
Adresse, wenn
man sich kostenlosen Rechtsrat erhofft. Insoweit wollte ich dir nicht
widersprechen.
Freundliche GrÃ¼Ãźe,
Tjark
Neues Rechtsberatungsgesetz
Es schrieb Tjark Weber:
> Holger Pollmann wrote:
>...
> Natürlich. Ein Uni-Institut ist sicherlich nicht die richtige
Adresse,
> wenn man sich kostenlos...
Wie die Mensa, wo traditionell die Mediziner umgehen, um die
(gefüllten) Teller all der Leute nach kurzem "Dialog" an sich
bringen, die (noch) nicht mal wissen, wie Jungfernpisse zu
riechen hat...;) Na klar, nix menschliches sei uns fremd,
solange man es nicht übertreibt und (wie bisher immer!) tendenziell
damit seine eigene Zivilisation zugrunde richtet. Klingt übertrieben,
ich weiß, aber vor gut 50 Jahren hat man das "genauso" gesehen,
nur mit anderem Vorzeichen...
fG
--